Zusammenfassung der Infoveranstaltung zur Breitbandversorgung

Recht wenige Interessenten hatten sich am heutigen Abend im Rathaussaal in Grimma eingefunden, um sich über den Stand zum Ausbau der Breitbandversorgung zu informieren.
Herr Berger von der Innok@ GmbH, welche die Bedarfsermittlung im Auftrage der Kommunen durchgeführt hat, erläuterte zunächst die Grundlagen.
Da es im Gegensatz zum Telefon beim Breitband keinen grundsätzlichen Versorgungsauftrag gibt, zählen bei den Unternehmen nur wirtschaftliche Interessen. Bei ähnlichen Investitionskosten erreichen diese im ländlichen Raum weniger potentielle Kunden. Das führt dazu, dass zwischen Investitionen und Einnahmen (5 Jahres-Zeitraum) eine sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ klafft.
Diese soll zu 90% mit EU-Fördermitteln und zu 10% mit Eigenmitteln geschlossen werden.
Diese Förderung ist natürlich an festgelegte Voraussetzungen geknüpft. Es muss ein Bedarf vorhanden sein und ein Gebiet muss unterversorgt sein. Dies hat man so definiert, dass eine Breitbandversorgung mit mindestens 2 Megabit zu einem „vernünftigen“ Preis flächendeckend verfügbar sein muss.
Es wird dabei anbieter-, technologie- und kundenunabhängig gefördert.
Verschiedene Kommunen rund um Grimma hatten nun der Innok@ GmbH den Auftrag zur Ermittlung der Daten zur Förderfähigkeit erteilt…..

….Für die insgesamt 43 Ortsteile, so also auch die 4 Ortsteile unserer Gemeinde konnte grundsätzlich ein Bedarf nachgewiesen werden. Allerdings ist eine Unterversorgung nach den Förderrichtlinien nicht überall gegeben. Breitband ist eben nicht gleich DSL. Technologieunabhängig bedeutet halt auch, die Verfügbarkeit von Mobilfunk (Stichwort: UMTS) und WLAN mit einzubeziehen.
Herrn Bergers Präsentation enthielt an dieser Stelle ein paar sehr anschauliche Tafeln. Ortsteil mit DSL, Mobilfunk und WLAN: Roter Smiley mit Mundwinkeln nach unten bedeutete „nicht verfügbar“, gelber Smiley „unterversorgt.“ und grüner Smiley „flächendeckend versorgt“.
Speziell für Parthenstein war hier – wie zu erwarten – eine Unterversorgung mit DSL festzustellen.
Für den Mobilfunk war der Smiley rot. Aber in Großsteinberg, Grethen und Pomßen war eine Versorgung über WLAN-Anbieter zu erkennen, wobei diese in Grethen und Pomßen sogar ausreichend für Grün war.
Somit sind nur Großsteinberg und Klinga förderfähig.
Was wäre nun zu tun, um hier die Versorgung auszubauen? Sinnvoll und naheliegend ist der Ausbau des DSL. Hierzu müsste von der Vermittlungsstelle (Naunhof) zu den sogenannten Kabelverteilerschränken in Großsteinberg und Klinga ein Glasfaserkabel verlegt werden.
Die müsste nach Ausschreibung ein Kommunikationsunternehmen durchführen, welches sich allerdings auch vertraglich verpflichten muss, für 7 Jahre die flächendeckende Versorgung zu garantieren.
Nach der Bedarfsermittelung in Phase I kommt nun Phase II. Nach Vorlage der Auswertung und deren Prüfung muss nun jede Kommune einen entsprechenden Beschluss fassen, damit die Ausschreibungen beginnen können und die Fördermittel beantragt werden können. Diese EU-Förderung läuft zunächst bis 2013. Wessen Landkreis schneller war (z.B. der Vogtlandkreis, der die Bedarfsanalyse gleich als Landkreis in Auftrag gegeben hatte), konnte auch noch Gelder vom Freistaat mitnehmen. Im Vogtland werden bereits Kabel gezogen. Hoffen wir, dass es bei uns auch bald schneller durch’s Netz geht, damit der Datenhighway bei uns nicht zum Feldweg wird.